„Rastern“ oder auch KUNST lebt von der richtigen Technik!

„Rastern“ oder auch KUNST lebt von der richtigen Technik!

All diejenigen, die bis jetzt gedacht haben, KUNST bedeutet „ich muss zeichnen können“, sollten nun genau aufpassen! Nicht jeder ist der begnadetste Künstler und mit unmäßigem Talent ausgestattet – dies ist aber auch überhaupt nicht nötig! Mit Kniffen und Tricks gelingt JEDEM von uns ein kleines oder größeres Kunstwerk. Das Zauberwort in der Kunst heißt finde die richtige TECHNIK und hilf dir somit selber! Wenn wir zum Beispiel eine schöne Pop Art Zeichnung aus den 1980er Jahren finden und diese gerne selber zeichnen würden, so ist dies ohne weiteres Üben quasi sofort möglich! Die 9er Klassen haben in den letzten Wochen genau diese Erfahrung gemacht. Für jede Schülerin / für jeden Schüler gab es eine 10×15 cm Farbkopie und ein weißes A4 Blatt. Die Aufgabe lautete nun: WIE bekommen wir das Motiv 10×15 auf A4? Natürlich gab es helle Köpfchen, die sofort erwiderten: „Drucken Sie das Motiv doch einfach auf A4 aus!“ Leider ist dies nicht immer möglich; so auch in dem bewusst gewählten Beispielbild, denn die Auflösung der Vorlage ließ sich nicht unendlich vergrößern ohne an Schärfe zu verlieren und an Pixeln zu gewinnen. Es musste also eine andere Alternative gefunden werden. Hier bot sich die Technik des „Rasterns“ an! Man zeichnet in einem selbst gewählten Rhythmus ein Gitternetz auf das Original und vergrößert dieses Raster exakt auf das gewünschte Endformat. Hierbei sind lediglich die Anzahl und die Aufteilung der „Kästchen“ entscheidend; sie muss EXAKT gleich sein. Sind also auf dem Original hinterher 150 Kästchen a je 1×1 cm, so muss auf dem A4 Blatt ein entsprechendes Raster entstehen mit exakt 150 Kästchen (allerdings größer als 1×1 cm und natürlich so fein gezeichnet, dass wir die Hilfslinien im Nachhinein nicht mehr erkennen oder problemlos wegradieren können!!!). Nun kann das „Vergrößern“ beginnen. Ein präzises, d. h. genaues Betrachten ist unerlässlich. Man arbeitet sich Kästchen für Kästchen über das Bild und überträgt die Umrisslinien der Vorlage auf sein blankes Endformat in die noch leeren Felder. Das Raster dient hierbei als „Roter Faden“, wo, welche Linie einzuzeichnen ist. Zu beachten ist hierbei, die maßstabsgetreue Vergrößerung vom Original auf das eigene Kunstwerk. Keine Sorge, dies geht schneller als es klingt und ist vor allem nach den ersten Kästchen ein Kinderspiel! Der Rest ist „nur noch“ Farbe, die wir in ihrem Auftrag bereits zu Beginn des Schuljahres studiert haben. Dies ist aber eine weitere wichtige Technik in der Kunst, die in allen Stufen wieder und wieder vertieft wird und bei Zeiten in einem anderen Artikel näher beleuchtet wird.

skizze

Es entsteht letztlich am Beispiel der Pop Art ein sehr plakatives Kunstwerk mit einer sehr professionellen Wirkung, das sich unter anderem als nahendes Weihnachtsgeschenk in einem passenden Bilderrahmen anbietet.

Nachdem unsere Schülerinnen und Schüler die Technik des Rasterns und des Vergrößerns nun perfekt beherrschen und wirklich super professionell arbeiten, könnt ihr gespannt sein, welches Gemeinschaftswerk sich der Jahrgang als Farbklecks für den Neubau zur Aufgabe gemacht hat.

Ein großes Lob von mir liebe 9er und vorab ein riesiges Dankeschön für euer Engagement von uns allen.

Jonas Reinhold

collage