Internationaler Besuch an der Marie-Kahle-Gesamtschule

Internationaler Besuch an der Marie-Kahle-Gesamtschule

Vom 5.9.2018 – 19.9.2018 wurde die Marie-Kahle-Gesamtschule noch ein wenig mehr INTERNATIONAL als sie es ohnehin schon ist. Grund dafür war der zweiwöchige Gastbesuch von zwölf Schülerinnen und Schülern sowie einer Begleitlehrerin und eines Begleitlehrers aus Ägypten.

Im Rahmen des Sprachkursprogrammes „Deutschland Plus“, welches von der Kultusminister Konferenz geleitet wird, erhielten wir als Schule den Zuschlag für die Aufnahme der Ägypter. Aktuell nehmen 18 verschiedene Nationen am Programm teil, welche allesamt DEUTSCH in ihrem Herkunftsland lernen. Über ein Auswahlverfahren qualifizieren sich die besten Schülerinnen und Schüler weltweit für ein zwei- bzw. dreiwöchiges Stipendiat. Hierbei können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem jeweiligen ganzen Land ausgewählt werden und kennen einander daher in der Regel nicht. Doch völlig fremd reist die Gruppe nicht nach Deutschland. Vorab finden sie sich zu einem Vorbereitungs- und Kennenlerntreffen in ihrer Heimat zusammen um wesentliche Dinge zu klären. Die Zahl der Bewerbungen der jeweiligen Teilnehmerländer ist riesig! Die Chance die eigenen Deutschkenntnisse vor Ort zu erproben und zu verbessern sowie die Kultur der Deutschen einmal hautnah zu erleben, reizt viele ausländische Schülerinnen und Schüler und deren Lehrer.

Neben separatem Unterricht als Gruppe an der entsprechenden Gastschule hospitieren die Jugendlichen auch im regulären Unterricht ihres Gastgeberkindes. Untergebracht sind alle Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien, die sich bereit erklärt haben, ein Stück Familienleben mit den Gästen zu teilen und so im Gegenzug einen kulturellen Einblick in das entsprechende Land zu erhalten. Abgerundet wird das Programm „Deutschland Plus“ von diversen, gemeinsamen Exkursionen, welche das Miteinander und die Besonderheiten in Deutschland und seinen vielen Städten zum Ausdruck bringen.

Unsere jugendlichen Gäste waren zwischen 16 und 18 Jahren alt und kamen aus vielen verschiedenen Regionen Ägyptens. Die gemeinsame, beschwerliche Anreise mit über 16 Stunden Flug, Aufenthalten und viel Warten hat die gesamte Truppe natürlich arg mitgenommen. So landeten sie erst spät abends und wurden völlig erschöpft von ihren Gastfamilien am Flughafen in Empfang genommen. Der nächste Morgen startete dann in der Schule mit einer Begrüßung unserer Schulleiterin und einer Einführung in das Programm und dessen Ablauf sowie dem Kennenlernen des Schulgebäudes. Die Flut an neuen Eindrücken musste sicher erst einmal verarbeitet werden. Doch viel Zeit blieb in den kommenden zwei Wochen nicht zum Verschnaufen. Neben dem Deutschunterricht bei den ägyptischen Lehrkräften, gab es nämlich zusätzlich auch separaten Unterricht für die Gruppe bei einem deutschen Lehrer. Hier lag der Schwerpunkt neben der Sprache im künstlerischen Fokus. Die Schülerinnen und Schüler erlernten diverse künstlerische Techniken und fertigten kleine Mitbringsel für Zuhause an, welche ihnen sichtlich Freude bereiteten. Die gemeinsame Unterrichtszeit war stets von großer Lernbereitschaft und viel Interesse an den jeweiligen Themen seitens der Ägypter begleitet.

Zusammen mit den Gastgeberschülerinnen und -schülern besuchten wir das Haus der Geschichte und das Kunstmuseum Bonn, hatten einen gemeinsamen Empfang beim Bürgermeister im alten Rathaus, nahmen wir an einem Musikworkshop (geleitet von Konzertpädagoginnen) teil, welcher uns auf ein Konzert des Beethovenorchesters vorbereitete (das einige Tage später folgte und gigantisch war), besuchten wir Köln, den Dom (von der Spitze bis zu den Grundmauern) und das Schokoladenmuseum und reisten mit dem Schiff nach Königswinter um dort mit der historischen Zahnradbahn den Drachenfels zu erklimmen um eine herrliche Sicht bei bestem Wetter über das schöne Rheinland zu erhaschen.

Unschwer erkennbar verstrich die Zeit bei den vielen gemeinsamen Aktionen wie im Fluge und so nahte der 18.9.2018, unser letzter gemeinsamer Tag. Die ägyptische Begleitlehrerin war bereits am ersten Tag Feuer und Flamme von der Idee eines gemeinsamen Kochens am Abschlusstag für alle teilnehmenden Familien, welches im Programm fest verankert war. Zum Glück äußerte sie den Wunsch etwas Ägyptisches für die Gäste zu kochen, denn so war wenigstens jemand in der Küche, der auch kochen kann! Nach einem großen Einkauf im Vorfeld (45 Gäste sollten versorgt werden) arbeitete die gesamte Gruppe den kompletten Vormittag unter Mithilfe von einer Gastmutter äußerst routiniert und bereiteten punktgenau für 13 Uhr ein wahrlich köstliches Essen! Besonders gefreut haben wir uns hier über den Besuch von Frau Petereit und Frau Spanier vom PAD, welche für die Koordination der Deutschlandaufenthalte und deren Verwaltung zuständig sind und für uns als Schule immer ein offenes Ohr haben und tatkräftig zur Seite stehen, wenn Fragen auftauchen.

Am 19.9.2018 hieß es dann Abschied nehmen von Bonn! Wie sollte es auch anders sein; es flossen Tränen auf beiden Seiten. Sowohl die Gastgeber, als auch die Gäste waren traurig auseinander gehen zu müssen. Doch heutzutage heißt es nicht zwangsläufig „aus dem Auge – aus dem Sinn“ – dank des Internets bleiben Kontakte auf unkomplizierte Weise bestehen. Ein weiterer tröstender Ausblick: Die ägyptische Gruppe blieb noch ein wenig zusammen, denn die weitere Reise ging nicht nach Ägypten zurück, sondern zum Hauptbahnhof Bonn. Einige weitere Tage „Deutschland“ standen noch auf dem Programm! Als Gruppe ging es nach Köln, wo die Ägypter dann von einer Reiseleiterin empfangen wurden, um von dort aus gemeinsam in unsere Bundeshauptstadt Berlin zu fahren.

Dieser Großstadtbesuch rundet das „Deutschland Plus“-Programm grundsätzlich ab und ermöglicht Nationen, die an ländlichen Schulen ohne größere Städte in der näheren Umgebung untergebracht sind ein wenig Großstadtleben in Deutschland – Berliner Schulgruppen kommen übrigens für eine Woche in das etwas ruhigere Bonn, ehe es wieder zurück in das Heimatland geht.

Mittlerweile sind unsere Ägypter wieder gut in ihrem Heimatland angekommen und erinnern sich garantiert genauso gerne wie wir an die vielen, schönen, gemeinsamen Eindrücke und Erlebnisse!

Wir danken unseren Gastfamilien von ganzem Herzen für Ihre Bereitschaft eine Gastschülerin /einen Gastschüler aufzunehmen und den Jugendlichen so ein Stück Familienleben zu bieten.

Ebenso unseren Schülerinnen und Schülern, die ihre Freizeit und viel Herzblut in die Gestaltung des Programmes gesteckt haben; ohne euch und euer fantastisches Engagement wäre dieses Programm nicht möglich; habt vielen, vielen Dank!

Für die Schulgemeinde, Jonas Reinhold