„Begegnung in Bewegung“ – ganz schön abgedreht und aufgewickelt!

„Begegnung in Bewegung“ – ganz schön abgedreht und aufgewickelt!

Wer sich nun fragt: „Was genau ist hier gemeint?“, der sollte weiterlesen.

Unsere Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c beschäftigten sich in diesem Schuljahr mit dem Schweizer Künstler Alberto Giacometti (1901-1966). Der Einstieg ins Thema gelang mit einem geschickten Trick durch Kombination von Historie und Moderne. Wir betrachteten gemeinsam eine zeitgenössische (das heißt eine original aus der Zeit des Künstlers stammende) Dokumentation über Giacometti. Wie der aufmerksame Leser und perfekte Mathematiker bereits jetzt festgestellt hat, dieses Filmportrait hat bereits über 50 Jahre auf dem Buckel. Natürlich mussten sich unsere jugendlichen Schülerinnen und Schüler erst einmal an dieses alte Filmmaterial gewöhnen; doch schon schnell tauchten sie in die Welt des Künstlers ab. Eine derartig alte Filmbiografie ist nicht alltäglich, eine wahrliche Neuheit in den 1960er Jahren. Das Leben / Schaffen des Künstlers wurde so, trotz seines frühen Todes dokumentiert und auch noch über 50 Jahre später mit Originalaufnahmen für uns greifbar.

Im Anschluss daran hieß es das Gesehene umzusetzen.

Schritt für Schritt wollten wir dem Künstler näher kommen. So sollten die Schülerinnen und Schüler zuerst ein kurzes Künstlerportrait in Form von Plakaten erstellen. Sinn und Zweck war die intensive Konfrontation (Auseinandersetzung) mit Giacomettis‘ Leben. Im weiteren Verlauf konnten wir dann damit beginnen den Stil des Künstlers selbst nachzuempfinden. Seine schlanken, sehr langgestreckten, verletzlich wirkenden Plastiken (dreidimensionale körperhafte Objekte) weckten hierbei unser Interesse. Das Thema „Begegnung in Bewegung“ sollte nun künstlerische Umsetzung finden. In Kleingruppen einigten sich die Schülerinnen und Schüler auf eine bestimmte Pose (Körperhaltung), welche sie / ihre Figuren einnehmen sollten. Diese Überlegung wurde fotografisch dokumentiert. Sie diente im Anschluss, während des Schaffensprozesses, als „Spickzettel“.

Aus einfachem Bindedraht (jeder bekam eine Rolle) schaffte die Klasse 9c Schritt für Schritt kleine Meisterwerke. Dabei galt die immerwährende Devise: Abwickeln und aufdrehen. Nachdem die Figuren fertig waren, die Finger fast taub vor allem jedoch vom Draht geschwärzt, konnten die entstandenen Miniplastiken von ca. 20-25 cm in „Form“ gebracht werden. Durch Biegen des Drahtes wurde mit Hilfe des „Spickzettels“ die zuvor gewählte Körperhaltung auf die Figuren übertragen. Zu guter Letzt war der Teamgeist gefordert, denn nun mussten sich die Einzelfiguren begegnen. Hierzu bedienten sich die Kleingruppen an schwarzen Kapa-Platten. Sie montierten ihre Plastiken in den jeweiligen vorüberlegten Posen.

ObenOb ein Ritterschlag, die klassische Hand-in-Hand-Situation oder das Stützen / Auffangen des jeweils anderen – die inhaltlich Tiefe der Arbeiten der Klasse 9c beeindruckt sehr.

UntenSuper Arbeiten, welche sicher einen schönen Platz in unserem Neubau erhalten werden. Wir dürfen gespannt sein!

 

Jonas Reinhold