Ausgezeichnete buddY-Projekte

Ausgezeichnete buddY-Projekte

 

Egal welches der sieben Projekte man näher betrachtet: Die buddY-Prinzipien „Aufeinander achten, füreinander da sein, miteinander lernen“ sind an der Marie-Kahle-Gesamtschule Programm. Mit der „Schülerfirma“ nehmen die BuddYs seit Jahren ihre Verpflegung selbst in die Hand. Sie bewähren sich als Streitschlichter, Sanitäter, Lernunterstützer und Sporthelfer. Und sie gestalten mit zwei eigenen Kursangeboten den Unterricht. Für ihr außergewöhnliches Engagement werden sie vom buddY E.V. und der Vodafone Stiftung ausgezeichnet.

Die Entdeckung von Lego-Mindstormkästen in alten Schulbeständen war die Initialzündung für Marvin und Benjamin aus der achten Klasse: Zusammen mit buddY-Coach Jona Neusel haben sie das vorhandene Material gesichtet, archiviert und ergänzt. Nach den ersten erfolgreichen Versuchen entwickelten sie die Idee, interessierte Mitschüler an ihrer Begeisterung für das Zusammenbauen und Programmieren der Lego-Mindstormroboter teilhaben zu lassen. Im Rahmen eines sogenannten Profilkurses leiten sie nun eigenständig ca. 20 Mitschüler aus der 6. Jahrgangsstufe beim Bauen und Programmieren der Roboter an.

Lego-05

„Comics zeichnen lernen – Phantasia“ ist der Titel eines weiteren Kurses, der von Nick, einem Schüler der 8. Klasse, in Eigenregie angeboten wird. „Toll finde ich, zu beobachten, wie schüchterne Kinder mehr Selbstvertrauen bekommen.“ sagt er über seine wichtigste Erfahrung als BuddY. Ca. 20 Sechst- bis Achtklässler nehmen begeistert daran teil und beweisen, wie wirksam der pädagogische Ansatz der Peergroup Education, also das Lernen von Gleichaltrigen, im Schulalltag sein kann.

Das zeigt sich auch beim Einsatz der Lern-BuddYs: Einmal wöchentlich unterstützen sie ihre Mitschüler in einer dafür vorgesehenen Arbeitsstunde. Die Lern-BuddYs haben sich ihren Neigungen entsprechend auf unterschiedliche Fächer spezialisiert und können ihren  Mitschülern so bestmöglich beim Verstehen von Unterrichtsinhalten helfen. „Es ist schön zu sehen, wie meine Mitschüler herausfinden, dass viel mehr in ihnen steckt, als sie von sich erwartet hätten.“ erzählt die 13jährige Isabelle begeistert von ihren Erfahrungen.

BuddYs engagieren sich in den Pausen und weit darüber hinaus

Unzufriedenheit mit der Schulverpflegung gab den Ausschlag für die Gründung der „Schülerfirma“, mit der 25 BuddYs aus den Klassen 6 bis 9 seitdem für ein besseres Schulessen sorgen. Sie bieten ihren Mitschülern an zwei Tagen selbst zubereitete Speisen und Getränke an. In verschiedenen Abteilungen organisieren die BuddYs alle notwendigen Arbeiten selbstständig: vom Einkauf über die Zubereitung, den Verkauf bis hin zu Buchhaltung und Werbung. „Die BuddYs haben gelernt, was es heißt, Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen und dass man selbst komplexe Aufgaben im Team bewältigen kann.“, berichtet buddY-Coach Michael Pfiester.

Kommt es unter den Schülern einmal zu Streit, haben die Streitschlichter-BuddYs der neunten Klasse stets ein offenes Ohr sowie einen guten Plan zur Einigung an der Hand. Sie sind kompetente Ansprechpartner bei Meinungsverschiedenheiten und sorgen insgesamt für ein besseres Schulklima. „Die haben mir da wirklich zugehört und mich echt ernst genommen.“, schwärmt die 11jährige Sabine von dem Erfolg der Streitschlichter. Einmal wöchentlich treffen sie sich, um über aktuelle Themen zu sprechen und bei gemeinsamen Übungen ihr Kommunikationsverhalten zu trainieren. „Bei meiner ersten Schlichtung war ich total nervös, ob ich nichts vergesse. Hat aber geklappt.“ sagt die 15jährige Ari stolz.

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40 BuddYs aus den Klassen 7, 8 und 9 haben sich in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz zu Ersthelfern und Schulsanitätern ausbilden lassen. In verschiedenen Teams übernehmen sie seitdem selbstverantwortlich Pausen- und Tagesbereitschaften, um verletzten Schülern im Notfall helfen zu können. buddY-Coach Simone Kilimann-Küllmer über das Projekt: „Es hat sich ein Klima des vertrauensvollen, verantwortungsvollen Umgangs sowie ein Bewusstsein für ‚Unfälle verhüten – helfen lernen – Hilfe leisten’ entwickelt.“

Der Wunsch nach interessanteren Sportangeboten in den Pausen und in Sport-AGs führte zu der Idee, sogenannte Sporthelfer auszubilden. Die BuddYs haben die Möglichkeit an den Sportfachkonferenzen teilzunehmen und Projekte mit zu gestalten. Aktuell befinden sich die Sporthelfer noch in der Ausbildung – sie haben aber schon große Pläne, wie sie mit dem Erlernten die Pausen, das Sportfest und verschiedene Turniere bereichern werden.

Hierzu gibt es auch einen Artikel im Generalanzeiger vom 20.02.